Programm: Vortragsreihe / Exkursion Nordstrandisch-Moor (in Vorbereitung)

Wird heute vergessen, dass wir immer noch in einer Nacheiszeit leben? Der Meeresspiegel steigt stetig seit 7000 Jahren, wie sieht es heute aus? Um wieviel wird das Meer in den nächsten 50 Jahren steigen?  Drei hochkarätige Referate zu den Themen Meeresanstieg, Warfterhöung und Klimadeich. sollen Ihnen hierzu wichtige Inhformationen liefern.

Lüttmoor – Nordstrandischmoor

Nur rund 22 Menschen leben heute auf der kleinen, insgesamt 1,9 km² großen Hallig Nordstrandischmoor. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts lebten die Hallig Bewohner in nahezu völliger Isolation. Erst um 1934 wurde ein rund sechs Kilometer langer Steindamm vom damaligen Marschenbauamt durch das Wattenmeer aufgeschüttet, der bislang die einzige »feste« Verbindung zwischen der Hallig und dem Festland bei Cecilienkoog darstellt.

Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) in Husum betreibt die Bahnstrecke und ist regelmäßig mit Bauzügen / Loren zwischen dem Festland und der Hallig unterwegs. Es ist den Einwohnern der Hallig gestattet, selbst mit eigenen Motorloren die Strecke zu befahren. Sie dürfen nur nicht den Betreib des LKN behindern.

Was ist ein Klimadeich?

In den letzten Jahrhunderten hat man viel aus dem Küstenschutz gelernt. Man weiß, dass steile Wände oder Deiche den Wellen nicht lange standhalten können, weil der Aufprall viel zu stark ist. Daher werden die neuen Klimadeiche nicht nur höher, sondern vor allem auch in der Krone kräftig breiter als ihre Vorgänger. Das Profil zur Seeseite wird flacher sein. Das Verhältnis von Höhe zu Breite beträgt dann nicht mehr 1 zu 6 oder 1 zu 8, sondern in der Regel 1 zu 10. Das hat den Vorteil, dass die auflaufenden Wellen einen erheblichen Teil ihrer Wucht verlieren, bevor sie die Krone erreichen können. Darüber hinaus erlaubt das neue Profil, den Deich im Fall der Fälle weiter zu erhöhen, indem man ihm eine Art Kappe aufsetzt. Das heißt, auch die nachfolgende Generation hat die Möglichkeit den Deich noch einmal um einen Meter zu erhöhen.

 

Die Halligen sind kleine, nicht oder nur wenig geschützte Marschinseln vor den Küsten, die bei Sturmfluten überschwemmt werden können. Sie haben keine Seedeiche. Dies unterscheidet sie von anderen Inseln. Sie liegen im nordfriesischen Wattenmeer an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins sowie an der Nordseeküste Dänemarks. Die zehn heute noch existierenden, bis etwa 10 Quadratkilometer großen deutschen Halligen gruppieren sich kreisförmig um die Insel Pellworm, die selbst keine Hallig ist. Sieben der zehn Halligen sind heute noch ständig bewohnt.

Die Nordfriesischen Halligen sind heute Bestandteil des Küstenschutzes und werden deshalb intensiv unterhalten und gegen Landverluste geschützt. Was vielleicht nur wenige wissen, die Halligen sind natürliche Bollwerke und Wellenbrecher vor der nordfriesischen Küste und schützen so das Festland bei hohen Sturmfluten. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass nicht nur die im Unseco-Weltnaturerbe Wattenmeer liegenden Halligen unterhalten und erhalten bleiben, sondern auch dass Touristen durch ihre Besuche die Bewohner unterstützen.

Die Warftverstärkung auf Nordstrandischmoor soll im besten Fall die nächsten 80 bis 100 Jahre halten. Die Klimadeiche sind höher und breiter: Bei einer Höhe von acht bis neun Metern sind sie etwa 130 Meter breit und besitzen eine flachere Außenböschung. Bei einer Sturmflut sollen sich die Wellen auf dem Deich totlaufen und so ihre Energie und Wucht verlieren.

Für das Land Schleswig-Holstein spielen – bewohnte – Halligen in mehrfacher Sicht eine enorme Rolle. Sie sind ein einzigartiger Kulturraum, „den wir bewahren wollen“. Zudem hätten sie als eine Art Wellenbrecher eine besondere Funktion beim Küstenschutz. Neben der Norderwarft auf Nordstrandischmoor werden pemanent noch weitere Warften verstärkt.

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In der späteren Nacheiszeit stieg der Meeresspiegel über mehrere Jahrtausende deutlich an. So ist er zwischen 7000 und 3000 Jahren v.h. um 2-3 m gestiegen. In den letzten 2000 Jahren gab es dann nur noch geringe Schwankungen, die unter 25 cm über mehrere Jahrhunderte lagen. Die heutige Meeresspiegelanstiegsrate von 1,7 mm/Jahr im 2020..