Eine Klassenfahrt mit Fahrad und Zelt

In Abständen von 2-3 Jahren bekommen wir Besuch vom Förde Gymnasium aus Flensburg. Unter Leitung von Herrn Dr. Garde radelt eine Schulklasse von Flensburg zu uns nach Nordstrand, um das Wattenmeer mit seinen Bewohnern einmal selbst in Augenschein zunehmen.

Eine Zelt Tour mit dem Fahrrad, übernachten auf dem Campingplatz oder mitten in der freien Natur bietet das ganze besonderes Erlebnis. Ein Blick zum Sternenhimmel, dem Geräusch des Windes, das Blöken der Schafe am Deich und dem Tau im morgendlichen Gras. Wenn man zum Gesang der Vögel morgens aufsteht, wird dies  immer in Erinnerung bleiben. Und wenn die Sonne scheint, braucht es nur wenige Vorbereitungen, um mit gepacktem Zelt aufzubrechen.

 

Ankunft mit dem Fahrad von Flensburg in Süderhafen

Ettliche Jahre zurück Baden in der Nordsee

Aufbauder Zelte bei leichtem Nieselregen

Programm  1. Tag

27.12.2022 09:00 Uhr Abfahrt von Flensburg
11:00 Uhr Fitnesspause
14:00 Uhr Ankunft Nordstrand
15:00 Uhr Schwimmen in der Nordsee HW 13,38
16:00 Uhr Aufbau der Zelte
18:00 Uhr Gemeinsames Grillen
22:00 Uhr Bettzeit

 

Grillen nach der Ankunft auf Nordstrand zum Ausklang des Tages

Programm  2. Tag

28.12.2022 08:00 Uhr Aufstehen, Waschen, Frühstück
09:40 Uhr Abfahrt Museum
10:00 Uhr Gruppe 1: Besichtigung Museum
10:00 Uhr Gruppe 2 : Vortrag Rungholt
11:00 Uhr Gruppe 2: Besichtigung Museum
11:00 Uhr Gruppe 1: Vortrag Rungholt
13:00 Uhr Grillen mit Spareribs
14.00-17:00 Uhr zur freien Verfügung
17:00 Uhr Abfahrt Fuhlehörn
17:30 Uhr Wattwanderrung 3,5 Stunden
21:00 Uhr Rückfahrt zum Campingplatz
22:00 Uhr Bettruhe

 

Eingang zum Museum im mittleren Gebäude

1. Besuch Andreas Busch Museum:

Vor genau 100 Jahren hat im nordfriesischen Wattenmeer die wissenschaftliche Erforschung der in der Nordsee versunkenen Stadt Rungholt begonnen – und immer noch nicht sind alle Rätsel gelöst.

Pfinstausflug: Es war schon ein ziemlich ungewöhnlicher Pfingstausflug, den der Landwirt Andreas Busch im Mai 1921 unternommen hatte. Von der Halbinsel Nordstrand fuhr er bei Ebbe mit Pferd und Wagen Richtung Hallig Südfall. Was wie eine kleine Spritztour ins Watt wirkte, war tatsächlich die Suche nach einer untergegangen Stadt – dem sagenhaften Rungholt. Denn Andreas Busch war auch Hobby-Archäologe und Rungholt der Mythos an der Nordseeküste schlechthin. Selbst der Dichter Detlef von Liliencron hatte sich erstaunliche Dinge über den verschwundenen Ort zusammengereimt.

Andreas Busch: Dem wollte Andreas Busch nun auf den Grund gehen, erzählt Wolf-Dieter Dey, der das Inselmuseum auf Nordstrand leitet: „Heute bin ich über Rungholt gefahren“, so fange dieses Gedicht an, „die Stadt ging unter vor 500 Jahren.“ Und dieses Gedicht von Detlef von Liliencron habe den Mythos und die Legende von Rungholt ganz entscheidend geprägt! Dieses Gedicht stelle Rungholt als einen großen, mächtigen, stadtähnlichen Ort dar, der von vielen tausenden Menschen bewohnt war.

Museumsleiter Wolf-Dieter Dey:  Detlef von Liliencron vergleiche Rungholt mit dem alten Rom und hebe es in seiner Bedeutung in die Nähe des sagenumwobenen Ortes Atlantis, nachdem man ja immer noch suche. Dieses Bild entspreche natürlich in keiner Weise der Wirklichkeit.

Das Wasser ist von der Sonne auf 22  Grad aufgewärmt

2. Große Wattwanderung von Fuhlehörn über Rungholt bis zur Norderhever bei Pellworm

Weit hinaus ins Watt? Wir nehmen Sie bei dieser Tour bis an die Norderhever mit, einen großen Strom vor Nordstrand. Natürlich lernen Sie auch den Wattwurm und weitere Bewohner des Wattenmeers kennen.

Auf dieser großen 3,5-stündigen Wattwanderung erlebt Ihr die verschiedenen Lebensräume im Wattenmeer. Mit einem fachkundigen Wattführer der Schutzstadion Wattenmeer geht es zu Seegraswiesen und eindrucksvollen Prielen im Watt. Natürlich darf auch das Ausgraben eines Wattwurms bei einer solchen Tour nicht fehlen.

Seehunde: Als Höhepunkt der 7 km langen Wanderung können wir mit etwas Glück die rastenden Seehunde auf der Sandbank beobachten. Die Wattwanderung geht größtenteils über festes Sandwatt und ist daher angenehm, zu laufen. Sie ist auch für Familien geeignet.

Achtung : bitte achten Sie auf Wetter angepasste Kleidung und Sonnenschutz (50) bei gutem Wetter. Und weil die Seeluft hungrig macht, sind auch kleiner Snack sowie ausreichend Getränke empfehlenswert. Von Gummistiefeln ist abzuraten. Wer empfindliche Füße hat, sollte sich eventuell Neoprenschuhe mitnehmen.

Rückkehr von der Exkkursion über das  Rungholt Watt

Programm  3. Tag

29.12.2022 08.00 Uhr aufstehen, Zähne Putzen
09:00 Uhr Frühstück
09:30 Uhr Abwasch
10:00 Uhr Zelte aubbauen
12:00 Uhr Abfahrt nach Flensburg
16:00 Uhr geplante Ankunft in Flensburg

 

Die Zelte sind verstaut, in Kürze gaht es los

 

Gute Reise und ab nach Hause

Gedicht:   „Heut bin ich über Rungholt gefahren“

Heut bin ich über Rungholt gefahren die Stadt ging unter vor fünfhundert Jahren
Noch schlagen die Wellen da wild und empört wie damals, als sie die Marschen zerstört
Die Maschine des Dampfers zitterte, stöhnte aus den Wassern rief es unheimlich und höhnte:
Trutz, blanke Hans

Von der Nordsee, der Mordsee, vom Festland geschieden liegen die friesischen Inseln im Frieden
Und Zeugen weltenvernichtender Wut taucht Hallig auf Hallig aus fliehender Flut
Die Möwe zankt schon auf wachsenden Watten der Seehund sonnt sich auf sandigen Platten
Trutz, blanke Hans

Im Ozean, mitten, schläft bis zur Stunde ein Ungeheuer, tief auf dem Grunde
Sein Haupt ruht dicht vor Englands Strand die Schwanzflosse spielt bei Brasiliens Sand
Es zieht, sechs Stunden, den Atem nach innen und treibt ihn, sechs Stunden, wieder von hinnen
Trutz, blanke Hans

Doch einmal in jedem Jahrhundert entlassen die Kiemen gewaltige Wassermassen
Dann holt das Untier tiefer Atem ein und peitscht die Wellen und schläft wieder ein
Viel tausend Menschen im Nordland ertrinken viel reiche Länder und Städte versinken
Trutz, blanke Hans

Rungholt ist reich und wird immer reicher kein Korn mehr faßt selbst der größte Speicher
Wie zur Blütezeit im alten Rom staut hier täglich der Menschenstrom
Die Sänften tragen Syrer und Mohren mit Goldblech und Flitter in Nasen und Ohren
Trutz, blanke Hans

Auf allen Märkten, auf allen Gassen lärmende Leute, betrunkene Massen
Sie ziehn am Abend hinaus auf den Deich: „Wir trutzen dir, blanker Hans, Nordseeteich!“
Und wie sie drohend die Fäuste ballen zieht leis aus dem Schlamm der Krake die Krallen
Trutz, blanke Hans

Die Wasser ebben, die Vögel ruhen der liebe Gott geht auf leisesten Schuhen
Der Mond zieht am Himmel gelassen die Bahn belächelt der protzigen Rungholter Wahn
Von Brasilien glänzt bis zu Norwegs Riffen das Meer wie schlafender Stahl, der geschliffen
Trutz, blanke Hans

Und überall Friede, im Meer, in den Landen Plötzlich wie Ruf eines Raubtiers in Banden
Das Scheusal wälzte sich, atmete tief und schloß die Augen wieder und schlief
Und rauschende, schwarze, langmähnige Wogen kommen wie rasende Rosse geflogen
Trutz, blanke Hans

Ein einziger Schrei – die Stadt ist versunken und Hunderttausende sind ertrunken
Wo gestern noch Lärm und lustiger Tisch schwamm andern Tags der stumme Fisch
Heut bin ich über Rungholt gefahren die Stadt ging unter vor fünfhundert Jahren
Trutz, blanke Hans?

Text: Detlev von Liliencron  (vor 1909)

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